Inkontinenz bei Demenz: Sich dem Arzt anvertrauen

Nicht über Inkontinenz bei Demenz zu sprechen, verhindert häufig eine optimale Behandlung der Patienten.

Dabei seien die Ursachen für Inkontinenz „nicht per se nur auf die Erkrankung“ zurückzuführen, sagte der Erste Vorsitzende der Deutschen Kontinenz Gesellschaft, Axel Haferkamp. So könnten beispielsweise bestimmte Antidementiva sowie Medikamente zur Behandlung von Begleiterkrankungen die für die Blasenentleerung zuständige Muskelfunktion beeinflussen. Außerdem sollte auf Wechselwirkungen der Medikamente geachtet werden. Zudem könnten organische Ursachen einen unkontrollierten Harn- und/oder Stuhlverlust bewirken, so Haferkamp. Er betonte darüber hinaus: Selbst wenn die Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft seien, müssten im frühen Krankheitsstadium nicht sofort saugende Hilfsmittel wie Windeln eingesetzt werden. Regelmäßige Toilettengänge nach einem festen Zeitplan etwa sowie ein Trink- und Toilettenprotokoll könnten helfen. Zwar erfordere dies viel Geduld. Gleichzeitig erhielten Betroffene so aber auch Lebensqualität zurück.

>> Zur Protokollvorlage der Deutschen Kontinenz Gesellschaft (http://www.kontinenz-gesellschaft.de/Toiletten-und-Trinkprotokolle.35.0.html)

Grundsätzlich rät die Fachgesellschaft, Inkontinenz immer mit einem Experten abzuklären: „Ob 70 und an Demenz erkrankt, oder Mitte 30 und Leistungssportler, nur wenn sich Betroffene einem Arzt anvertrauen, kann die richtige Behandlung erfolgen“, sagte der Erste Vorsitzende. Auch in zertifizierten Kontinenz- und Beckenboden-Zentren bekämen Patienten und Angehörige Unterstützung von Ansprechpartnern, die sich mit den Ursachen der Erkrankung fächerübergreifend auseinandersetzten.

>> Zu den zertifizierten Kontinenz- und Beckenboden-Zentren (http://www.kontinenz-gesellschaft.de/Kontinenz-und-Beckenboden-Zentren.48.0.html)

Quelle: Deutsche Kontinenz Gesellschaft, 14.09.2017 http://www.kontinenz-gesellschaft.de/fileadmin/user_content/startseite/presse/pressemitteilungen/PM_2017/PM_Alzheimer-Tag.pdf

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