Verbundprojekt erforscht Verbreitung von Keimen aufgrund von Patientenströmen

MRSA - Wie gelangen multiresistente Erreger von einem Krankenhaus zum nächsten?

Mit dieser Frage beschäftigt sich nun ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstütztes Verbundprojekt. „Es geht darum, in Simulationsszenarien zu untersuchen, wie sich beispielsweise multiresistente Enterobakterien, also Darmkeime, aufgrund von Patientenströmen von einem Krankenhaus zum nächsten verbreiten können, und wie effektiv einzelne Präventions- und Interventionsmaßnahmen sein können“, sagte Elena Lacruz vom Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik (IMEBI) der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die Leitung der Initiative „EMerGE-NeT“ liegt beim Direktor des IMEBI, Rafael Mikolajczyk. Das auf drei Jahre angelegte Projekt beinhaltet der Universität zufolge drei inhaltliche Arbeitspakete: mathematische Modellierung, molekulare Übertragungswege und Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen.

Zur Konstruktion von mathematischen Netzwerkmodellen würden nun Daten zu Patientenströmen zusammengestellt, die aus den am Projekt beteiligten Institutionen stammten. Hiernach erfolge die Analyse der Übertragungswege der bei Klinikpatienten festgestellten multiresistenten Darmbakterien mithilfe einer molekularbiologischen Typisierung. Daran beteiligten sich neben der Charité – Universitätsmedizin Berlin auch Kliniken aus Spanien, Israel und Polen. So könnte die Gültigkeit der Ergebnisse auch international nachgewiesen werden. Die molekularen Analysen übernehme das Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. In einem weiteren Schritt werde dann die vorliegende Evidenz gesammelt. Dort, wo sie noch fehle, würden Expertenpanels eingesetzt.

Das mit insgesamt 1,25 Millionen Euro geförderte Projekt zielt darauf ab, auf Grundlage der gewonnen Kenntnisse über die Patientenströme, die Ausbreitung multiresistenter Erreger in europäischen Gesundheitssystemen zu vermeiden. Erste Ergebnisse sollen Mitte 2018 vorliegen.

Quelle: Universitätsklinikum Halle (Saale), September 2017

http://www.medizin.uni-halle.de/index.php?id=2882&L=1%27%20and%20char%28124%29%20user%20charxt&BF=0&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5836&cHash=d8cb40f111d1bdcf13f1653424a8e808

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