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Kompressionsstrümpfe bei einer Herzschwäche – ja oder nein?

Dürfen Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz keine Kompressionsstrümpfe tragen, weil es davon schlimmer wird?

Circa 3 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Herzschwäche. Aufgrund des zunehmenden Erfolgs der Krebstherapien erreichen Patienten erfreulicherweise ein höheres Alter. Allerdings ist damit auch das vermehrte Auftreten von altersbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, zu denen beispielsweise Bluthochdruck, Vorhof-Flimmern und auch die Herzinsuffizienz gehören. Diese Krankheiten können Ödeme verursachen, die hauptsächlich in den Beinen entstehen.

Wenn das Herz schwächer wird, versucht der Körper, verschiedene Strategien und Alternativen zu entwickeln, um diese Herzinsuffizienz zu kompensieren. Manchmal kann dies Monate oder sogar Jahre funktionieren bis es zu einer akuten Krise des Herzens kommt, die man Dekompensation nennt. Die aktuelle Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Lymphödeme bezeichnet die Dekompensation des Herzens in Verbindung mit „der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE)“ als kontraproduktiv. Deshalb dürfen Patienten mit einer dekompensierten Herzinsuffizienz weder Lymphdrainage (MLD) noch Kompressionstherapie bekommen.

Eine Herzinsuffizienz ist ein Syndrom, also eine Kombination aus mehreren verschiedenen Krankheitszeichen. Dazu gehören z.B.: Atemnot, Ödeme im Bereich des Fußknöchels, körperlicher Leistungsverlust und ein schneller Puls. Da die Symptome immer unspezifisch sind, ist es sehr schwierig, eine tatsächliche Herzschwäche festzustellen. Dafür sollte grundsätzlich IMMER ein Arzt (hier: Kardiologe) aufgesucht werden. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise eine Echokardiographie durchgeführt, bei der das Herz mithilfe des Ultraschalls untersucht wird.

Ob eine Kompressionstherapie begonnen werden kann hängt von dem Schweregrad ab, also dem Stadium der Herzinsuffizienz. Die 4 Stadien wurden von der New York Heart Association (NYHA) definiert und werden von vielen Ärzten zur Beurteilung, ob eine Kompressionstherapie durchgeführt werden kann, genutzt.

Abschließend kann man sagen, dass in der Therapie der Herzinsuffizienz immer die Grunderkrankung im Vordergrund steht und das Wohl des Patienten ggf. erst mit Medikamenten und Bewegungstherapien verbessert werden muss. Es wird also ganz individuell entschieden, ob eine Kompressionstherapie angemessen ist oder nicht.

Mehr Infos dazu finden Sie auf: www.lymphe-und-gesundheit.de


Quelle: Zeitschrift „LYMPHE & Gesundheit“ Ausgabe 2/2019 Sommer

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